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Warum.

Immer wieder frage ich mich
Warum.
Ich sitze in der Bahn und frage mich
Warum.
Berlin zieht vorbei,
graue Häuser gesprenkelt von buntem Graffiti,
und da ist nur dieses Gefühl,
das schreit:
Warum.  
Ich bin auf Arbeit,
eingetaucht in Neonlicht,
zwischen Witzen und Stress
und frage mich
Warum.
Ich starre auf den Laptop,
krummer Rücken,
diese Leere im Kopf,
und frage mich
Warum.
Immer wieder frage ich mich
Warum.
Kann Leidenschaft als Antwort reichen?
Kann Routine das erklären?
Kann Geld die Lösung sein?
Können Erwartungshaltungen das beantworten?
Kann das wirklich alles sein?
Immer wieder frage ich mich
Warum.
Wie ein Schwert,
das droht auf mich niederzusausen,
schwebt dieses Wort über mir,
lässt mich nicht raus
aus diesem Käfig,
den ich mir doch selbst erbaue
immer wieder und wieder.
Und dann frage ich mich trotzdem
Warum.
Es ist so leicht zu leben, ohne nicht danach zu fragen
Und es ist viel zu schwer für mich, es nicht zu tun
Ich wünschte dieses Wort würde seiner Definition beraubt
Würde nichts sein als eine leere Hülle, ohne Inhalt, ohne Kraft
Ich wünschte, dieses Wort wäre keine Frage, auf die es eine Antwort braucht.
Ich wünschte, diesem Wort würde ein Punkt und kein Fragezeichen folgen.

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