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Seit ich dich kenne.

Seit ich dich kenne, bist du da. Seit diesem Wochenende, seitdem du in dem Stockbett über mir geschlafen hast und wir zusammen verkatert durch diesen Wald gelaufen sind, angetrieben durch die Spowi-Mentalität, seit diesen paar Tagen und denen die danach folgten, bist du da.
Immer wenn ich dich anrufe, fällt es mir so leicht zu reden. Es ist, als würde ich dich schon viel länger kennen, als ich es eigentlich tue, so als würden wir irgendwie auf einer Wellenlänge schwimmen. Meine Mom sagt, wir sehen aus wie Schwestern, als ich ihr die Bilder von unserem Roadtrip zeige. Es fühlt sich auch manchmal so an. Seit ich dich kenne, bist du da. Du warst einer der ersten Menschen in meiner Wohnung, in der wir gestrichen und abgerissen, getanzt und gelacht haben. Melone auf dem Balkon und kühle Mate zwischendurch, sowieso: Mate. Seit ich dich kenne, lache ich mit dir, spüre diese Leichtigkeit in deiner Anwesenheit und dieses Gefühl, dass alles gut wird, selbst in den Momenten, in denen es sich nicht so anfühlte. Du hast das letzte Jahr leichter gemacht, warst die Flügel an meinem Rücken, hast mich oft aufgefangen, wenn ich mich fühlte als würde ich fallen, immer wieder und wieder. Ich erinnere mich an unseren Weg durch Friedrichshain, an das Picknick am Boxi und den Moment an der Spree, als die Sonne unterging und wir Pläne schmiedeten. Ich erinnere mich an so viele Augenblicke mit dir, an so viel Lachen und Sommer und Sonne, so viele Insider und so viel Vertrautheit. An so viel Echtes und Ehrliches. Ich erinnere mich daran, im Zelt neben dir zu liegen, mit dir aufzuwachen und dir im Dunkeln meine Ängste und Gefühle anzuvertrauen. Ich erinnere mich daran mit dir übers Tempelhofer Feld zu fahren, auf Fahrrad und Longboard, den Wind in den Haaren und ein unglaublich freies und unbeschwertes Gefühl im Magen, das ich oft habe, wenn du da bist. So als würden wir uns einfach verstehen, ohne zu reden. Ich erinnere mich ans Basketball spielen und Handstand üben bis uns alles weh tat und es komplett dunkel um uns war. Ich erinnere mich daran, im Auto neben dir zu sitzen und Lieder zu singen, an McSundae auf der Autobahnraststätte und das Erklimmen eines Gipfels, der komplett in Nebel gehüllt war. Seit ich dich kenne, bist du da. Und das klingt so banal, so einfach und selbstverständlich. Es klingt so, als würde es dazugehören, wenn man befreundet ist, aber dem ist nicht so. Ich habe gelernt, dass es eben nicht selbstverständlich ist, jemanden jederzeit anrufen und über seine Gefühle reden zu können. Ich habe gelernt, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass der andere immer zuhört, dass man zusammen lachen, aber auch über deepere Themen reden kann. Ich habe gelernt, dass es eben nicht selbstverständlich ist, so viel Vertrauen zu jemandem zu haben, so viel Unterstützung zu erfahren. Zu spüren, dass derjenige da ist, wenn es brenzlig wird, selbst, wenn man einfach nur reden oder seine Gedanken teilen will, um in diesem Moment nicht allein zu sein. Seit ich dich kenne, bist du da. Immer wenn ich dich anrufe, wenn wir uns sehen, dann fühlt sich alles so leicht mit dir an. Als würde schon alles gut werden irgendwie, selbst wenn manche Momente sich nicht so anfühlen. Du hast das letzte Jahr so viel leichter für mich gemacht, warst da, als es andere Menschen nicht waren, bist es immer noch und bringst mich zum Lachen. Wir teilen so viele Gemeinsamkeiten, so viele Leidenschaften und Eigenschaften, in uns brennt dasselbe Feuer und trotzdem gibt es auch so viel, dass uns unterscheidet, Dinge, in denen wir uns ergänzen. Ich liebe es, dass es nie kompliziert mit uns ist. Dass es von Anfang an einfach ist und Sinn macht. Dass du da bist und wir lachen und rumalbern können. Dass da keine Hemmungen, keine Barrieren sind, sondern Vertrauen und Leichtigkeit, so als würde ich dich schon viel länger kennen als ich es eigentlich tue. Meine Mom sagt, wir sehen aus wie Schwestern und ja manchmal fühlt es sich sogar so an. Du bist da, seit ich dich kenne. Warst da, wenn ich dich aus dem Nichts angerufen und in Tränen ausgebrochen bin, weil ich nicht mehr weiter wusste. Warst da, als ich Hilfe brauchte bei meinem ersten eigenen Zuhause, das mir so unfassbar viel bedeutet. Hast so viele besondere unglaublich schöne Momente mit mir geteilt, bist neben mir eingeschlafen und aufgewacht, gibst mir das Gefühl, dass alles gut wird, dass wir die Party des Lebens schon schmeißen, dass selbst der größte Schmerz irgendwann vorbeigeht, wenn wir füreinander da sind, um uns aufzufangen.
Seit ich dich kenne, bist du da und dafür möchte ich Danke sagen, weil ich ganz genau weiß, dass das nun mal nicht selbstverständlich ist.

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